Positionspapier: Nachhaltige Baustoffe

15. April 2026
In einem aktuellen Positionspapier macht die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) deutlich, dass nachhaltige Baustoffe wie Holz, Lehm, Stroh oder Hanf bereits heute technisch ausgereift und ökologisch sinnvoll verfügbar sind, jedoch in der Praxis bislang zu wenig Anwendung finden. Der Forschungsbereich Ökologische Bautechnologien der TU Wien war als Mitglied der Arbeitsgruppe aktiv an der Erstellung der Broschüre beteiligt.

Positionspapier einer Arbeitsgruppe der ÖGNI zum Thema "Nachhaltige Baustoffe"
Positionspapier ÖGNI
Nachhaltige Baustoffe. Die vergessenen Baustoffe der Zukunft

Herausforderungen in der Umsetzung

Angesichts des hohen Anteils des Bausektors an den globalen CO₂-Emissionen sieht die ÖGNI großes Potenzial in der stärkeren Nutzung nachhaltiger Baustoffe, wie Holz, Lehm, Stroh und Hanf. Die Herausforderung liegt dabei weniger in der Technik, sondern vielmehr in fehlenden CO2-Rahmenbedingungen, unzureichenden Daten, regulatorischen Unsicherheiten und Defiziten in Ausbildung und bei Marktanreizen.

Praxisbeispiel Haus des Lernens

Dass der Einsatz biogener Baustoffe bereits heute funktioniert, zeigen realisierte Projekte wie das Haus des Lernens in St. Pölten, begleitet durch die TU Wien. Der Holzriegelbau mit Strohdämmung und Lehmputz verbindet ökologische Materialien mit funktionalen Anforderungen und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit. Neben einer sehr guten Klimabilanz überzeugen solche Konstruktionen auch durch ein gesundes Innenraumklima und ihre Kreislauffähigkeit.

Nachhaltig und wirtschaftlich bauen

Besonders relevant ist dabei die Erkenntnis, dass nachhaltige Materialkonzepte bei integraler Planung nicht zwangsläufig zu Mehrkosten führen müssen. Regionale Rohstoffe, einfache Verarbeitung und reduzierte technische Komplexität können im Gegenteil auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Klare Rahmenbedingungen als Schlüssel zur Umsetzung

Das Positionspapier fordert unter anderem verbindliche CO₂-Grenzwerte, verpflichtende Lebenszyklusanalysen, transparente Materialdatenbanken und gezielte Fördermaßnahmen. Gleichzeitig wird betont, dass bereits heute viele Lösungen existieren – sie müssen jedoch konsequent in Planung und Baupraxis umgesetzt werden.

Zukunft des Bauens mit natürlichen Baustoffen

Für Projekte wie natuREbuilt unterstreicht dies die zentrale Rolle natürlicher Baustoffe als Schlüssel für klimafittes und zukunftsfähiges Bauen und Sanieren.

Über die ÖGNI

Die ÖGNI ist eine zentrale Plattform für nachhaltiges Bauen in Österreich, vernetzt Akteur:innen aus Praxis und Forschung und bietet u. a. Gebäudezertifizierungen und EU-Taxonomie Verifikationen an.

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