Aufbauten

Gebäudeklassen

Bevor Du Dich für einen Bauteil-Aufbau entscheidest, ist die Wahl der Gebäudeklasse notwendig:

  • Prinzipien

    • Suffizienz: Um die Flächenversiegelung einzudämmen, ist es am ökologischsten, gar nicht erst zu bauen und den Bestand so lange wie möglich zu nutzen. Wenn wir bauen, sollten wir die Suffizienz in den Vordergrund stellen und alle Baustoffe so effizient wie möglich einsetzen.
    • Ökologische Bewertung: Es kommt meistens nicht auf die Bewertung eines Baustoffs pro kg an, sondern wieviel davon in einem gesamten Gebäude verbaut ist. Die Massen der Baustoffe, die in einem gesamten Gebäude verbaut sind, können Aufschluss geben, ob eine ökologische Optimierung möglich oder notwendig ist. Wo es aus technischen Gründen realisierbar ist, wirken sich Leichtbau Konstruktionen aus Naturbaustoffen positiv auf die ökologische Bewertung aus.
    • Kreislauffähigkeit: Um Baustoffe nach dem Ende ihres Lebenszyklus wieder verwenden zu können, ist die Möglichkeit eines sortenreinen und sauberen Rückbaus wichtig. Daraus ergibt sich die notwendige Konsequenz, Schüttmaterialien zwischen Trennschichten einzubringen und so wenig wie möglich zu verkleben. In der Planungsphase wird somit bereits bestimmt, wie hoch der Grad der Kreislauffähigkeit eines Gebäudes am Ende seines Lebenszyklus ist.
    • Feuchteschutz: Nachwachsende, organische Baustoffe können dem Stoffkreislauf der Natur wieder zugeführt werden. Diese Eigenschaft macht sie zu besonders nachhaltigen Baustoffen. Doch gerade wegen dieser Eigenschaft ist es besonders wichtig sie vor Feuchtigkeit zu schützen, um ihre Langlebigkeit zu garantieren. Der konstruktive Feuchteschutz sollte immer zusätzlich zu anderen Maßnahmen gegeben sein. Dies erfordert eine durchdachte und sorgfältige bauphysikalische Planung und Ausführung. Dächer mit nachwachsenden Dämmstoffen sollten grundsätzlich hinterlüftet ausgeführt werden.
    • Brandschutz: Viele Naturbaustoffe ohne Zusatzstoffe sind der Brennbarkeitsklasse E zuzuordnen. Dennoch brennen sie meistens kontrolliert, relativ langsam mit geringer Rauchentwicklung und tropfen nicht. Um den Anforderungen an Außenbauteilen an der Innenseite zu entsprechen, kann entweder eine Bekleidung von nicht brennbaren Baustoffen eingesetzt werden, wie z.B. eines Lehm-Dickputzes oder Lehmbauplatten. Andererseits können auch Massivholzelemente als lastabtragendes System gewählt werden, die den entsprechenden Brandschutz Anforderungen entsprechen.
      Im Bereich von E-Installationen in Vorsatzschalen sind nicht brennbare Baumaterialien zu empfehlen.
    • Wärmeschutz und sommerliche Überwärmung: Der Einsatz von Holzrahmenbauweisen, wie im Planungstool vorgestellt, ermöglicht einen guten Wärmeschutz, da beinahe die gesamte Dicke des Außenwandaufbaus auch als Dämmschicht genutzt werden kann. Abgesehen davon muss bei Neubauten der Klimawandel einkalkuliert werden, der die Relevanz des Schutzes vor sommerlicher Überhitzung immer weiter erhöht. Im Zusammenhang mit Naturbaustoffen stellen dabei Klimaelemente aus Lehm (Wandheizung/Wandkühlung) eine ökologische Alternative dar. Zusätzlich sollten Low-Tech Konzepte wie Pufferräume, natürliche Lüftung (z.B. Kamineffekt), Begrünung und außenliegender Sonnenschutz Teil des Gesamtkonzeptes sein.
        • Schallschutz: Mit ökologischen Aufbauten wird oft ein reduzierter Schallschutz assoziiert, da diese meist weniger Masse aufweisen und geprüfte Schallschutzwerte in der Regel nicht vorhanden sind. Bei sorgfältiger Planung unter Berücksichtigung bauphysikalischer Konstruktionsgrundsätze ist es dennoch möglich, auch mit ökologischen Aufbauten hohe schallschutztechnische Qualitätsansprüche zu erfüllen. Die Aufbauten des vorliegenden Planungstools wurden schallschutztechnisch bewertet und erfüllen die aktuellen baurechtlichen Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz innerhalb von Gebäuden. Die Schallschutzanforderungen an Außenbauteile sind vom Umgebungslärmpegel abhängig und daher im Einzelfall zu überprüfen.
      • Weiterführende Informationen

      • Sonstige Literatur

        • Handbuch biobasierte Nachdämmung von Dächern (von Building Balance, Niederlande)

        Das Handbuch zur biobasierten Nachdämmung enthält Tipps, einen konkreten Schritt-für-Schritt-Plan und sechs Konstruktionsdetails für eine nachhaltige Nachdämmung von Dächern mit heimischen biobasierten Materialien. Biobasierte Dämmstoffe haben einzigartige Eigenschaften, sowohl in der Verarbeitung als auch im Komfort. In dieser Publikation finden Sie sieben Gründe, die für eine biobasierte Dämmung sprechen, sowie einen Überblick über die möglichen Materialien. Außerdem finden Sie einen konkreten Schritt-für-Schritt-Plan für eine optimale Ausführung und Qualität der nachträglichen Dämmung von Innenräumen.

        Nachdämmung ist eine komplexe Aufgabe. Zumal jede Bauepoche ihre eigenen spezifischen Konstruktionsdetails aufweist. Das Handbuch unterscheidet daher zwischen der Nachdämmung von Häusern der 1950er und 1970er Jahre und von Häusern der 1980er und 1990er Jahre.

        Homepage: Building Balance