natuREnovation: Auftaktmeeting schafft gemeinsame Grundlage für die Sanierungsforschung

03. March 2026
Am 27. Februar 2026 startete natuREnovation mit einem kraftvollen ersten Projekttreffen im Büro von Azra Korjenic an der TU Wien. Vertreter*innen aus Forschung, Architektur, Bauphysik, Gewerbe und Kommunikation kamen zusammen, um die inhaltliche Basis für das gemeinsame Arbeiten zu legen.

Mehrere Personen sitzen in einem hellen Besprechungsraum an Tischen mit Laptops und Notizen. An der Wand ist ein „TU Wien“-Logo zu sehen, rechts daneben eine bepflanzte Wand. Die Gruppe wirkt konzentriert und befindet sich in einer Besprechung oder Präsentation.
v.li.n.re.: Florian Teichmann (TU Wien), Sara Alasu (TU Wien) Martin Aichholzer (MAGK Architekten), Franz Dolezal (IBO), Claudia Stefenelli-Herz (Stauss-Perlite), Azra Korjenic (TU Wien) und Heinz Ambrozy (Atelier Ambrozy)

Als Projektleiterin eröffnete Azra Korjenic das Meeting und steckte den Rahmen für eine fundierte und zugleich praxisorientierte Forschungszusammenarbeit ab.

Interdisziplinäre Expertise am Tisch

Unser interdisziplinäres Team, das sich bereits im Innovationsnetzwerk natuREbuilt bewährt hat, knüpft nun mit natuREnovation nahtlos an diese Zusammenarbeit an. Die unterschiedlichen Perspektiven aus Forschung, Architektur, Bauphysik, Gewerbe und Kommunikation ergänzen einander ideal und schaffen eine solide Grundlage, um das komplexe Thema „Sanierung mit regenerativen Baustoffen“ gemeinsam weiterzuentwickeln.

Gründerzeit verstehen: Historische Systeme als Schlüssel für die Sanierung

Den einleitenden Vortrag zur bau- und kulturhistorischen Entwicklung der Wiener Gründerzeit hielt Architekt Heinz Geza Ambrozy. Er zeigte, wie gesellschaftliche Umbrüche des 19. Jahrhunderts, die Ringstraßenentwicklung sowie verschiedene Bauphasen die typischen Strukturen jener Zeit prägten.

Die zentralen Gebäudetypologien – vom Palais der Innenstadt über bürgerliche Mietshäuser in den Vorstädten bis zu Arbeiterzinshäusern – sowie typische Bauteile wie massive Ziegelwände, Holzbalkendecken, Dachstühle oder historische Fensterkonstruktionen bilden den Ausgangspunkt für die technische Analyse im Projekt.

Heinz Geza Ambrozy präsentierte die bau- und kulturhistorische Entwicklung der Wiener Gründerzeithäuser.

Praxisbeispiele aus Linz und Mondsee

Die Praxisbeispiele aus Linz und Mondsee wurden von Ingrid Domenig, Architektin und Partnerin bei Arch+More, präsentiert. Sie zeigte anhand zweier sehr unterschiedlicher Bestandsgebäude, einer Wohnanlage aus den 1950er-Jahren und einem Rathaus, wie vielfältig die Sanierungsansätze sein können und wie stark Rahmenbedingungen wie Denkmalschutz, Konstruktion oder Bestandsschäden die Wahl der Maßnahmen beeinflussen.

Am Bildschirm nahmen Leopold Kasseckert (DPM), Johannes Zeilinger (ecoplus), Alois Hirschmugl (Hirschmugl KG), Otto Handle (Inndata), Magdalena Oppel (RENOWAVE), Gerhard Kopeinig (Arch+More), Ingrid Domenig-Meisinger (Arch+More), Daniel Räbiger (Arch+More), Leo Obkircher (TB Obkircher), Georg Hochreiner (Statik) sowie Virko Kade (Sonnenklee) teil.

Weitere Einblicke in die Sanierungspraxis

Im Anschluss stellte Architekt Gerhard Kopeinig, ebenfalls Partner bei ARCH+MORE, die Sanierung eines Gründerzeithauses in der Wiedner Hauptstraße (Wien) vor. Er ging zudem auf Herausforderungen ein, die sich bei der Sanierung einer denkmalgeschützten Musikschule in Velden gezeigt haben, darunter komplexe Abstimmungen, konstruktive Einschränkungen und energetische Zielkonflikte.

Relevanz für natuREnovation

Aus dem Austausch lassen sich mehrere Kernpunkte für die weitere Projektarbeit ableiten:

  • Gründerzeitgebäude weisen klar typisierte Bauteile auf, die sich gut für systematische Forschungs- und Sanierungsansätze eignen.
  • Die historischen Gebäudestrukturen bestimmen maßgeblich die sanierungstechnischen Möglichkeiten.
  • Praxisprojekte zeigen die Balance zwischen energetischer Optimierung, baulicher Machbarkeit und denkmalpflegerischen Vorgaben.

Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage dafür, in den kommenden Monaten übertragbare Sanierungsstrategien zu entwickeln, die auch ökologische und regenerative Baustoffe einschließen.

Ausblick

Nächste Schritte umfassen vertiefte Analysen von Ziegelmauerwerk, Holzbalkendecken und Dachstühlen sowie die Prüfung, wie moderne Fassadensysteme für Gründerzeitgebäude adaptiert werden können.

Das nächste Konsortialtreffen ist für 11. Mai, 13:00–16:00 Uhr geplant.