Ein möglicher Anwendungsfall
Zum Einstieg des 3. Konsortialmeeting stellten Ute Munoz vom IBO und Architektin Anna Schweiger die geplante Sanierung einer Gründerzeitwohnung in Wien vor. Ziel ist, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und gleichzeitig ökologische Materialien und zeitgemäße Haustechnik einzusetzen.
Diskutiert wurden unter anderem Innendämmung, Lehm- und Kalkputze, mögliche Heiz- und Kühlsysteme sowie ein Monitoring von Temperatur, Luftfeuchte und Energieverbrauch. Das Konsortium bewertete die Wohnung als interessanten Anwendungsfall, bei dem einzelne ProjektpartnerInnen unterstützend mitwirken könnten.
Feuchte: oft liegt das Problem im Zusammenspiel
Im Fachvortrag von Leo Obkircher ging es um feuchte Keller und typische Fehler bei Sanierungen. Schnell wurde deutlich: Einzelmaßnahmen reichen selten aus.
Fehlende Lüftungskonzepte, zu starke oder falsch ausgeführte Innendämmungen, Wärmebrücken, ungünstige Möblierung oder eine unzureichende Abstimmung zwischen Bauphysik und Gebäudetechnik können Probleme erst erzeugen oder verstärken.
Als zentrale Planungsprinzipien wurden daher eine ganzheitliche Betrachtung von Gebäudehülle und Technik, Feuchtesicherheit sowie robuste, wartungsarme Systeme hervorgehoben. Monitoring und Messungen können zusätzlich helfen, Entwicklungen früh zu erkennen.
Wann ist Sanierung noch Sanierung?
Einen zweiten Schwerpunkt setzte Martin Aichholzer von MAGK Architekten mit seinem Vortrag zu rechtlichen Rahmenbedingungen, ZiFa und der Abgrenzung zwischen Erhaltung und Sanierung.
Gerade bei tiefgreifenden Eingriffen in Gründerzeitgebäude stellt sich die Frage: Welche Maßnahmen sind noch der Erhaltung zuzuordnen und ab wann handelt es sich um eine Sanierung? Welche Maßnahmen sind mit den Projektzielen vereinbar? Und wie lassen sie sich rechtlich und planerisch bewerten?
Die Diskussion zeigte, dass diese Abgrenzung für natuREnovation zentral ist. Denn Ziel des Projekts ist die vorhandene Bausubstanz und ihre Qualitäten möglichst zu erhalten und zugleich durch geeignete Sanierungsmaßnahmen weiterzuentwickeln.
Aus Fehlern lernen
Zum Abschluss sammelten die Projektpartner in einem gemeinsamen Workshop typische Sanierungsfehler aus Bauphysik, Gebäudetechnik, Planung, Ausführung und Organisation.
Diese Erfahrungen fließen nun in die weitere Arbeit ein. Denn gerade das Wissen darüber, wo Sanierungen heute scheitern, ist eine wichtige Grundlage dafür, robuste und ökologische Lösungen für Gründerzeitgebäude zu entwickeln.
Alle Fotos: Barbara Kanzian