Schadstoffe erkennen, Kreisläufe schließen

21. September 2026
Beim 4. Konsortialmeeting von natuREnovation standen die Schadstofferkundung, die Kreislaufwirtschaft und erste ökologische Sanierungslösungen im Mittelpunkt.
Was steckt eigentlich im Bestand und was davon kann weiterverwendet werden? Beim 4. Konsortialmeeting von natuREnovation am 21. September 2026 ging es genau um diese Fragen. Zwei Fachvorträge spannten den Bogen von der Schad- und Störstofferkundung bis zur kreislauffähigen Sanierung mit digitaler Unterstützung.

Das Forschungsteam von natuREnovation

Schadstoffe früh erkennen

Thomas Belazzi von bauXund zeigte, warum eine frühzeitige Schadstofferkundung für Bestandsgebäude entscheidend ist. Asbest, künstliche Mineralfasern, PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), PCB (Polychlorierte Biphenyle) oder Schwermetalle können nicht nur die Sanierung verzögern, sondern auch Kosten und Terminplanung erheblich beeinflussen.

Gleichzeitig ist die Schadstofferkundung eine wichtige Voraussetzung für Kreislaufwirtschaft: Nur wenn Schad- und Störstoffe rechtzeitig getrennt werden, können verbleibende Baustoffe möglichst hochwertig recycelt werden.

Thomas Belazzi von bauXund verdeutlichte in seinem Vortrag, warum eine frühzeitige Schadstofferkundung für Bestandsgebäude entscheidend ist.
v.li.n.re.: Maximilian Klammer (BOKU), Sophie Höller (MAGK Architekten) und Claudia Stefenelli (Stauss Perlite GmbH)

KRAISBAU: Bestand digital erfassen

Im zweiten Fachvortrag stellten die beiden natuREnovation-ProjektpartnerInnen Magdalena Oppel (Renowave) und Johannes Zeilinger (Eco plus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich sowie Maximilian Klammer von der BOKU) das Leitprojekt KRAISBAU mit 32 PartnerInnen vor. Untersucht wird, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Kreislaufwirtschaft bei der Sanierung unterstützen können.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Gebäude so erfasst werden können, dass fundierte Entscheidungen über Wiederverwendung und Recycling von Bauteilen möglich werden. Diskutiert wurde auch, wie sich der ökologische Nutzen von Re-Use über mehrere Lebenszyklen hinweg bewerten lässt.

Konsortialführerin Azra Korjenic (TU Wien) und Martin Aichholzer (MAGK Architekten)
v.li.n.re.: Claudia Stefenelli (Stauss Perlite GmbH), Heinz Ambrozy (Architekturbüro Atelier Ambrozy), Bernd Lederwasch (Vinzenz Harrer GmbH) und Alois Hirschmugl (Hirschmugl KG)

natuREnovation wird konkreter

Auch im eigenen Projekt geht es Schritt für Schritt in die Tiefe. Erste Sanierungskonstruktionen wurden gesammelt und sollen nun in Kleingruppen bewertet und weiterentwickelt werden.

Parallel dazu laufen Untersuchungen am Demohaus: Mauerwerksfestigkeiten wurden geprüft, Temperatur und Feuchte im Keller werden kontinuierlich gemessen und Schallmessungen an unterschiedlichen Wand- und Deckenaufbauten durchgeführt. Ziel ist es, daraus ökologische und praxistaugliche Sanierungslösungen zu entwickeln und zu testen.

Johannes Zeiliger (Eco plus), Julia Zeiner (TU Wien) und Sara Alasu (TU Wien)
Maximilian Klammer (BOKU) ging in seinem Vortrag auf das Projekt Kraisbau ein. Untersucht wird dabei, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Kreislaufwirtschaft bei der Sanierung unterstützen können.

Nächste Schritte

In den kommenden Wochen stehen die weitere Ausarbeitung der Ökologiekriterien, die Bewertung der gesammelten Konstruktionen sowie die Vorbereitung von Stakeholder-Workshops im Mittelpunkt.

 

Artikelfoto: Sara Alasu, TU Wien

Alle anderen Fotos: Barbara Kanzian