Schadstoffe früh erkennen
Thomas Belazzi von bauXund zeigte, warum eine frühzeitige Schadstofferkundung für Bestandsgebäude entscheidend ist. Asbest, künstliche Mineralfasern, PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), PCB (Polychlorierte Biphenyle) oder Schwermetalle können nicht nur die Sanierung verzögern, sondern auch Kosten und Terminplanung erheblich beeinflussen.
Gleichzeitig ist die Schadstofferkundung eine wichtige Voraussetzung für Kreislaufwirtschaft: Nur wenn Schad- und Störstoffe rechtzeitig getrennt werden, können verbleibende Baustoffe möglichst hochwertig recycelt werden.
KRAISBAU: Bestand digital erfassen
Im zweiten Fachvortrag stellten die beiden natuREnovation-ProjektpartnerInnen Magdalena Oppel (Renowave) und Johannes Zeilinger (Eco plus Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich sowie Maximilian Klammer von der BOKU) das Leitprojekt KRAISBAU mit 32 PartnerInnen vor. Untersucht wird, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Kreislaufwirtschaft bei der Sanierung unterstützen können.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Gebäude so erfasst werden können, dass fundierte Entscheidungen über Wiederverwendung und Recycling von Bauteilen möglich werden. Diskutiert wurde auch, wie sich der ökologische Nutzen von Re-Use über mehrere Lebenszyklen hinweg bewerten lässt.
natuREnovation wird konkreter
Auch im eigenen Projekt geht es Schritt für Schritt in die Tiefe. Erste Sanierungskonstruktionen wurden gesammelt und sollen nun in Kleingruppen bewertet und weiterentwickelt werden.
Parallel dazu laufen Untersuchungen am Demohaus: Mauerwerksfestigkeiten wurden geprüft, Temperatur und Feuchte im Keller werden kontinuierlich gemessen und Schallmessungen an unterschiedlichen Wand- und Deckenaufbauten durchgeführt. Ziel ist es, daraus ökologische und praxistaugliche Sanierungslösungen zu entwickeln und zu testen.
Nächste Schritte
In den kommenden Wochen stehen die weitere Ausarbeitung der Ökologiekriterien, die Bewertung der gesammelten Konstruktionen sowie die Vorbereitung von Stakeholder-Workshops im Mittelpunkt.
Artikelfoto: Sara Alasu, TU Wien
Alle anderen Fotos: Barbara Kanzian